Indianer im Schnee zu Weihnachten

Freunde, ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Das wird heute etwas länger, aber nicht weniger spektakulär.

5 Uhr: Der Wecker hat nicht geklingelt, ich bin trotzdem wach. Da kommt wohl doch der Jetlag durch. Frühstück gibt es erst ab 8 Uhr. Bis dahin gilt es einen Plan für den Tag zu schmieden. Optionen: nochmal Joshua Tree Nationalpark, die Indian Canyons, der Palms to Pines Highway und das „Festival of Lights“.

Da das Wetter heute nur fiese Wolken und Nieselregen für mich hat, starten wir mit den Indian Canyons. Das ist nicht weit und verspricht im Zweifel etwas Schutz vor Regen.

Der Pride Rock im Andreas Canyon

Die Indian Canyons sind von Flüssen geschnittene Gräben in den umliegenden Bergen. Sie dienten einst als Wohnort für die Ureinwohner. Heute gehört das Land zum größten Teil wieder dem Agua Caliente Stamm der Cahuilla Indianer.

Die Wanderung durch den Andreas Canyon ist sehr abwechslungsreich und bietet immer wieder Schutz unter Palmen. Eben eine echte Oase in dieser Wüste hier.

Deutlich größer ist der Palm Canyon. Hier kommt doch glatt die Sonne raus.

Der Palm Canyon
Oase zum Verweilen
Die Palmoase zieht sich über viele Kilometer immer entlang des Wassers durch den Canyon

Während meinem Mittagessen in Palm Springs ist das Wetter leider wieder schlechter geworden. Daher verzichte ich für heute auf die Wüste und begebe mich in den nächsten Gebirgszug. Angeblich ist der Palms to Pines Highway eine echte Panoramaroute.

Zu Beginn gibt es hervorragende Aussicht auf das Tal der Cahuilla Indianer.

Blick auf den Anfang der Panoramaroute

Immer weiter windet sich die Straße die Berge hinauf. Kaum denkt man darüber nach, dass das ein idealer Rennradpass wäre, schießt eine Truppe Rennradfahrer bergab an einem vorbei. Erst später verstehe ich richtig, was die heute schon hinter sich haben.

Gebiet der Cahuilla Indianer

Mit der Zeit komme ich bei ungefähr 1200m über die lokale Baumgrenze.
Anders als bei uns, wo oberhalb der Baumgrenze eben keine Bäume mehr wachsen, ist diese hier genau andersherum zu verstehen. Unten ist Wüste und es wachsen maximal Palmen, oben ist es kühl und feucht genug, dass Pinien hier wachsen. Daher auch der Name des Highways — vermute ich jetzt zumindest mal…
Zuerst gibt es nur diese wenigen Bäume, aber mehr lässt nicht lange auf sich warten.

Bäume?!

Das Wetter wird immer mieser während mich die Route weiter durch das Gebirge führt. Und wer jetzt noch nicht genug Klimazonen an einem Tag hatte — ich erinnere: wir sind in Oasen in der Wüste gestartet — der darf jetzt genau hingucken.

Schnee????!!

Jupp, da liegt Schnee am Straßenrand. Wenig später finde ich auch noch viel mehr davon. Das schaut jetzt schon gar nicht mehr nach Kalifornien, Sonnenschein und Wüste aus. Eher nach Herbst oder Winter im deutschen Mittelgebirge. Eindeutig Zeit, dass ich wieder ins Tal zu den Palmen fahre. Außerdem beginnt der letzte Programmpunkt um 17:45 Uhr. Ich will ja nicht zu spät kommen.

Richtig viel Schnee, Bäume und ein echter Wald!

Tja, was ist das Festival of Lights denn nun. Anne hat uns ja schon gezeigt, wie die Dänen sich in Weihnachtsstimmung bringen. Wie macht man das denn, wenn (bis auf wenige Ausnahmen) nur Wüste, Steine und Palmen bei Wohlfühltemperaturen existieren? Ganz klar: Man mischt Rosenmontagsumzug mit Weihnachtsmusik und der größten Ansammlung von Lichterketten, die ich je gesehen habe.

Festival of Lights — die ultimative Weihnachtslichtershow

Jeder noch so kleine Zusammenschluss aus der Gegend und den umliegenden Städten ist vertreten. Grundschulen, weiterführende Schulen, Krankenhäuser, die Feuerwehr, Autohäuser, das Tierheim, Nachbarschaftshilfevereine und sogar der Bürgermeister sind mit von der Partie. Der Strom will gar nicht abreißen. Wer nicht mit auf der Straße ist, steht am Rand und feuert an. Was für ein Spektakel.

3 Kommentare zu “Indianer im Schnee zu Weihnachten

  1. Ja die Amis verstehen es Weihnachten zu beleuchten…….. Die Araber verstehen sich aber auch gut auf Weihnachten . Das war auf unserer Dubaifahrt eine Klasse Mischung.

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