Ich habe ja bereits einen Artikel über die Kombination von Panoramen mit HDR Fotografie für euch geschrieben. In diesem Beitrag soll es daher einmal tiefer um das Zusammensetzen so eines Panoramas gehen.

Als Beispiel dient hier das Bild zum Beitrag. Ich habe jeden einzelnen Schritt mit einem Screenshot festgehalten.

Zuerst beginne ich immer damit, die Bilder für das Panorama in darktable auszuwählen. Manchmal lassen sich wichtige Objektivkorrekturen dann bereits vorab erledigen und unbrauchbare Bilder im Vorfeld ausschließen.

Hier habe ich also bereits alle Bilder für mein nächstes Panorama markiert. Der nächste Schitt ist abhängig von eurem konkretem System. Ich habe es so eingerichtet, dass nach Klick auf “exportieren” alle ausgewählten Bilder mit Hugin geöffnet werden. Wichtig ist an dieser Stelle aber, dass wirklich alle Bilder des HDR-Panoramas (also auch die über- und unterbelichteten) mit ausgewählt werden. In meinem Fall sind das nun stolze 50 Bilder. Das Exportieren in unkomprimierte Tiffs behält zwar die Qualität der Raw-Dateien bei, benötigt aber etwas Zeit und auch einges an temporären Speicherplatz.

Beim Import der Bilder in Hugin werdet ihr nun gefragt, ob ihr die Position der Bilder innerhalb eines Stapels verknüpfen wollt. Dies solltet ihr nur tun, falls ihr ein Stativ benutzt habt. Wenn die Positionen verknüpft werden, wird hugin die Bilder jeweils einer Belichtungsreihe (Stapel in Hugin) nicht gegeneinander ausrichten. In aller Regel verwende ich daher den Modus “Position nicht verknüpfen”.

Nachdem die Bilder nun in Hugin geladen und die Stapel erkannt sind, wählt ihr bei “Abgleich von Merkmalen” die Einstellung “Hugin’s CPFind” aus und klickt auf Kontrollpunkte erstellen.

Damit ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum HDR-Panorama erledigt. Hugin sucht gerade für euch nach Punkten, die in mehreren Bildern auftauchen, um diese anschließend für die Ausrichtung zu verwenden.

Im nä chsten Schritt benutzen wir die eben identifizierten Kontrollpunkte, um die Bilder aneinander auszurichten. Benutzt hierfür die Einstellung “Geometrisch: Ausrichtung (inkrementell, vom Anker beginnend)” und startet die Berechnung mit dem Button daneben.

In meinem Fall  ist das Ergebnis der Ausrichtung noch nicht besonders gut. Gute Werte liegen bei dem mittlerem Kontrollpunktabstand im niedrigen einstelligen Bereich (0,5 bis 5 sollten gut genug sein). Aber auch mit 15 Pixeln sollte man arbeiten können. Der Maximalabstand ist eher uninteresannt, da durch die automatische Erstellung der Kontrollpunkte eben auch mal schlechte mit dabei sind. Im Endeffekt hilft nur eine kurze Sichtprüfung in der Vorschau. Dazu die Änderungen einfach erstmal übernehmen.

Hierzu startet ihr die OpenGL-Vorschau und wechselt zu dem Reiter “Bewegen/Ziehen” und wählt der Reihe nach die Buttons “Ausrichten”, “Zentrieren” und dann “Einpassen”.

Wie es der Zufal l so will, habe ich in meiner Vorschau nur ein großes Durcheinander gesehen. Ich bin daher zurück zu den Ausgansbildern gegangen und musste feststellen, dass die letzten 10 Bilder gar nicht mehr zum Panorama gehörten. Also gerade alles nochmal von vorne… Und tada! Jetzt funktioniert auch die Ausrichtung gleich besser. ;-)

Zurück zur Vorschau und weiter im Programm. In meinem Fall kann das Ergebnis sich jetzt bereits sehen lassen und ich wechsel weiter zu dem Reiter Beschnitt und wähle dort “Automatischer Beschnitt”. Warum die HDR-Beschnitt Funktion oft nur einen kleineren Teil des Bildes auswählt, weiß ich leider noch immer nicht. Auf jeden Fall ist in unserem Fall der normale Beschnitt vollkommen richtig.

Ihr seht - bis hierher ist das Ausrichten der Bilder eigentlich nicht schwer - solange man weiß, was in welcher Reihenfolge zu tun ist. Das Schöne an Hugin ist, dass ihr jederzeit bei Problemen mit der Ausrichtung viel tiefer noch eingreifen könnt und eurer Kreativität damit keine Grenzen gesetzt sind. Zu den einzelnen speziellen Korrekturmöglichkeiten werde ich später nochmal Erklärungen nachreichen.

Kommen wir zum letzten Schritt. Wechselt zurück zu dem Hauptfenster von Hugin und wählt den Reiter “Zus ammenfügen”. Hier noch schnell den Button “Optimale Größe berechnen” wählen (sonst hat euer Panorama eine zu geringe Auflösung) und bei den Auswahlmöglichkeiten unten lediglich “Zusammengefügte Ebenen ähnlicher Belichtung, ohne Belichtungskorrektur” auswählen. Ein Klick auf “Jetzt zusammenfügen” fragt noch nach einem Speicherort und startet dann die meist langwierige Berechnung. Ein guter Zeitpunkt für eine Tasse Tee oder das Stöbern von Bildern bei Instagram und Flickr ;-)

Abschließend hier das richtig belichtete Bild aus der Belichtungsreihe nach dem Zusammensetzen. Das Beitragsbild ist dann das Ergebnis nach HDR Erstellung in Photomatix.

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